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Im Rahmen einer Reise durch Usbekistan und Turkmenistan hatten zwei unserer Vereinsmitglieder...
Der folgende Text soll das Wirken des Menschen unter der Erde im Laufe der Jahrtausende kurz darstellen. Um den Abriss möglichst übersichtlich und verständlich zu gestalten, wurden an der einen oder anderen Stelle komplexe Sachverhalte vereinfacht dargelegt. Der Text befasst sich zudem primär mit der Entwicklung im europäischen bzw. westlichen Kulturkreis.
Den ersten Schritt in den Untergrund hinein stellten die menschlichen Aktivitäten in unterirdischen Höhlen dar. Diese natürlichen Hohlräume, wie sie in Europa vor allem in Frankreich und Spanien vorhanden sind, wurden ursprünglich von den Menschen gemieden. Dies hing damit zusammen, dass man sich in der Dunkelheit der Höhlen kaum orientieren konnte. Zudem wurden sie oft von gefährlichen Tieren wie zum Beispiel Bären bewohnt. Erst die Beherrschung des Feuers ermöglichte es den Menschen, Licht in die Dunkelheit der Höhlen zu bringen und wilde Tiere zu vertreiben. Die Höhlen schützten vor extremen Wetterlagen und bis zu einem gewissen Grade auch vor anderen Menschen. Die ersten Höhlen wurden vor etwa 700 000 Jahren besiedelt. Der Verfasser möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass noch nicht genau geklärt ist, wie viel Zeit die Menschen jeweils in Höhlen verbrachten. Ursprünglich gingen viele Archäologen davon aus, dass die Menschen fast durchgehend in den Höhlen wohnten. Heutzutage nehmen zumindest einige Forscher an, dass der Aufenthalt in den Höhlen nur zeitweilig, saisonal bedingt stattfand.
Vor 50-100 000 Jahren vollzog sich ein großer Umbruch in der Geschichte der Menschheit, der zugleich den zweiten Schritt in den Untergrund hinein darstellte: Unsere Vorfahren fingen an, ihre Toten zu begraben. Wo und unter welchen Umständen dies zuerst geschah, ist nicht genau bekannt - die ersten Begräbnisse haben nur wenige Spuren hinterlassen. Möglicherweise fanden sie bevorzugt in Höhlen statt. Aber schon bald bildeten sich erkennbare Muster heraus: Die Toten wurden in bestimmten Positionen begraben und ihre Leichen oft mit Ocker besprüht. Die Archäologen gehen davon aus, dass dieser rote Stoff wahrscheinlich Blut symbolisieren sollte, das man den Toten „mit auf den Weg" geben wollte. Dann wurden den Verstorbenen zunehmend auch Beigaben wie zum Beispiel Waffen und Schmuck mit ins Grab gelegt. Diese Gegenstände, anhand derer sich auch die soziale Stellung der Verstorbenen erkennen lässt, sollten die Toten sozusagen für das Jenseits rüsten. Letztendlich stellte das Begraben der Toten eine der allerersten rituellen bzw. religiösen Handlungen der Menschheit dar und sollte in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden.
Einen frühen kulturellen Höhepunkt der Menschheit stellen die Höhlengemälde dar, die vor allem mit den Namen Lascaux und Altamira assoziiert werden. Sie werden auf den Zeitraum von 40 000 bis 10 000 vor Christus datiert. Wenn man bedenkt, dass die Menschheit zu jener Zeit erst ein relativ niedriges kulturelles Niveau erreicht hatte, überrascht es um so mehr, welch unglaubliche Kunstfertigkeit sich an den Wänden dieser unterirdischen Höhlen entfaltet. Räumliche Perspektive, Schattierungen und sogar Abstrahierung sind in den Tierdarstellungen zu erkennen - alles Charakteristika, die man nur mit entwickelten, ausgereiften Formen der Malerei in Verbindung bringen würde. Was die Funktion dieser Gemälde betrifft, so glauben die meisten Forscher, dass die Kunstwerke eine rituelle Funktion erfüllten - sie sollten Glück bei der lebensnotwendigen Jagd bringen. Heutzutage sind viele der Bilderhöhlen nicht mehr öffentlich zugänglich, da die Feuchtigkeit und Wärme, die Menschen in die Höhlen bringen, eine akute Bedrohung für die Bilder darstellen. In einigen Fällen hat man aber in der Nähe der Standorte künstliche Höhlen mit Kopien der Malereien gebaut. Es sollte vielleicht noch hinzugefügt werden, dass es in vielen Ländern Höhlenmalereien gibt, die oft aber künstlerisch nicht so weit entwickelt sind wie die Bilder in den französischen und spanischen Höhlen.
Einen weiteren Schritt in den Untergrund stellten die Anfänge des Bergbaus dar. Der Feuerstein war ursprünglich einer der wichtigsten Rohstoffe der Menschheit. Er wurde für die Herstellung von Faustkeilen, anderen Werkzeugen und Waffen benötigt. Er war relativ „weich" und somit einfach zu bearbeiten; man konnte kleinere Stücke abschlagen, ohne dass dadurch der Stein zersplitterte oder rissig wurde. Nachdem die an der Oberfläche zugänglichen Vorräte aufgebraucht waren, gingen die Menschen in verschiedenen Regionen dazu über, Feuerstein unterirdisch abzubauen. In Europa geschah dies etwa um 4000-2000 vor Christus. Ein gängiges Verfahren war dabei, sich mehrere Meter tief vertikal in die Gesteinsschicht hineinzuarbeiten. Vom Boden dieses Loches aus wurden dann horizontale Schächte in verschiedene Richtungen getrieben. Leider hat diese Form des Abbaus nur wenige archäologische Spuren hinterlassen. Aber eines ist sicher: Bereits diese einfache Form des Bergbaus, die nur wenige Meter tief in die Erdkruste hinein reichte, wird sicher schon einen ersten Tribut an Menschenleben gefordert haben - ein Vorgeschmack auf die vielen Toten, die bis zur heutigen Zeit im Bergbau zu verzeichnen sind!